Naturstein und Nachhaltigkeit: Was stimmt wirklich?

Nachhaltigkeit braucht mehr als gute Absichten

Nachhaltigkeit ist heutzutage allgegenwärtig. Aber hinter den guten Absichten braucht es Daten, Konsistenz und Weitblick.

Wenn es um Materialien für Innenräume oder Architektur geht, reicht ein grüner Anspruch oder ein Zertifikat nicht aus – entscheidend ist der gesamte Lebenszyklus.

Ein Material, das bereits existiert

Naturstein existiert bereits. Er muss nicht synthetisiert oder geformt werden. Er ist kein chemisches Produkt, sondern ein natürlich entstandenes Material, das lediglich abgebaut und mechanisch verarbeitet werden muss.

Das bedeutet, dass sein CO₂-Fußabdruck zu Beginn deutlich geringer ist als bei vielen anderen Materialien.

Credits: Bildnachweise liegen bei den jeweiligen Eigentümern

Technologie zur Abfallreduzierung

Die Branche hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht, um den Ertrag aus dem Steinbruch zu maximieren und Abfälle zu minimieren.

Moderne Technologien helfen, den Prozess effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten:

– Isolierung der Blöcke, um Brüche zu vermeiden

– Netze und Harze zur Verstärkung empfindlicher Platten

– Diamantbespannte Mehrdrahtsägen für präzisen und materialschonenden Schnitt.

Credits: Matteo Bianchessi

Langlebigkeit und Lebenszyklus

Viele Materialien gelten nur deshalb als nachhaltig, weil sie recycelbar sind. Naturstein hingegen ist von Natur aus langlebig.

LCA-Studien zeigen, dass Naturstein nur etwa die Hälfte des CO₂-Fußabdrucks synthetischer Alternativen verursacht.

Und anders als oft angenommen, wirkt sich der transozeanische Transport nur geringfügig auf die Gesamtemissionen aus.

Durchdachte Nachhaltigkeit

Natürlich braucht es auch hier eine verantwortungsvolle Lieferkette und effiziente Logistik.

Aber wenn Naturstein richtig ausgewählt und eingesetzt wird, ist er eine der nachhaltigsten Optionen, die uns heute zur Verfügung stehen.

Nicht alles, was natürlich ist, ist automatisch nachhaltig. Aber Naturstein kann es wirklich sein – wenn man es richtig denkt.

Credits: Luca Morandini